Öffentliches Management / Public Administration, Master (PO-2022)
| Modulnummer / Modulcode | WPM28 |
|---|---|
| Modulname | Politische Verwaltung |
| Art des Moduls | Wahlpflicht |
| Lernergebnisse, Kompetenzen, Qualifikationsziele | Lernergebnisse: Nach Abschluss des Wahlmoduls verstehen die Studierenden zentrale Theorien zur Politisierung der öffentlichen Verwaltung und können diese kritisch reflektieren. Sie sind in der Lage, politisch-administrative Beziehungen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu analysieren und Spannungsfelder zwischen politischer Responsivität und bürokratischer Professionalität zu erkennen. Darüber hinaus können sie internationale Modelle der Politisierung vergleichen und die theoretischen Ansätze auf konkrete Verwaltungssituationen übertragen. Kompetenzen: Die Studierenden erwerben analytische, reflexive und transferorientierte Kompetenzen. Sie entwickeln die Fähigkeit, wissenschaftliche Theorien auf praktische Verwaltungsprobleme anzuwenden, komplexe politische und administrative Zusammenhänge systematisch zu bewerten und daraus Schlussfolgerungen für die eigene Berufspraxis zu ziehen. Zudem stärken sie ihre kommunikativen und argumentativen Fähigkeiten durch die Präsentation und Diskussion eigener Ergebnisse sowie durch die schriftliche Reflexion des eigenen Lernprozesses. Qualifikationsziele: Das Modul befähigt die Teilnehmenden, in leitenden Funktionen innerhalb der öffentlichen Verwaltung fundierte Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Politik und Verwaltung zu treffen. Sie können politische Einflussfaktoren erkennen, professionell mit Erwartungen politischer Leitungen umgehen und Loyalitätsfragen reflektiert handhaben. Damit leistet das Modul einen Beitrag zur Qualifikation von Führungskräften, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch praktisch handlungsfähig sind und das Verhältnis von Politik und Verwaltung konstruktiv gestalten können. |
| Lehrveranstaltungsarten | Selbststudium, e-Learning |
| Lehrinhalte | Das Wahlmodul führt in zentrale theoretische und praktische Fragestellungen an der Schnittstelle von Politik und Verwaltung ein. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis beider Sphären – von den klassischen Ansätzen einer strikten Trennung bis hin zu modernen Konzepten, die Politik und Verwaltung als komplementäre und wechselseitig abhängige Systeme begreifen. Ausgehend von der historischen Dichotomie lernen die Studierenden die Weiterentwicklungen dieser Debatte kennen, insbesondere die Sichtweise zunehmender Verschränkung politischer und administrativer Aufgaben. Darauf aufbauend wird die Principal-Agent-Theorie eingeführt, die Delegationsmechanismen, Informationsasymmetrien und Steuerungsprobleme im Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung analysiert. Ein weiterer zentraler Themenkomplex sind bürokratie- und staatstheoretische Grundlagen. Der Idealtypus der rational-legalen Bürokratie bildet dabei den theoretischen Ausgangspunkt, an den moderne Konzepte wie der Neo-Weberian State anschließen. Diese Ansätze werden kritisch mit Reformideen des New Public Management verglichen, um den Wandel von Verwaltungskulturen und Steuerungslogiken zu verstehen. Im Zentrum des Moduls stehen zudem die Theorie und Praxis der Politisierung unter Bezugnahme verschiedener Typologien. Ergänzend werden Governance- und Steuerungstheorien herangezogen, die das Spannungsfeld zwischen administrativer Responsivität und bürokratischer Professionalität vertiefen. Konzepte wie Good Governance oder das Public Service Bargain sollen die wechselseitigen Erwartungen von Politik und Verwaltung in modernen Demokratien verdeutlichen. Abschließend eröffnet der internationale Vergleich einen Blick auf verschiedene Verwaltungstraditionen – von den Spoils- und Merit-Systemen der USA bis hin zu Westminster-, napoleonischen und nordischen Modellen. Diese Vergleiche zeigen, wie stark institutionelle Rahmenbedingungen und historische Pfade die Ausprägung politisch-administrativer Beziehungen prägen. Das Modul verbindet damit theoretische Grundlagen und praktische Reflexion: Die Studierenden lernen, wissenschaftliche Konzepte auf aktuelle Verwaltungspraxis zu übertragen, ihre eigene Rolle im politischen Umfeld zu reflektieren und Handlungsoptionen für eine professionell und zugleich politisch sensible Verwaltung zu entwickeln. |
| Titel der Lehrveranstaltungen | Politische Verwaltung |
| Lehr- und Lernmethoden (Lehr- und Lernformen) | Blended Learning (Online-Auftaktveranstaltung, Online-Skript, Literaturstudium) |
| Verwendbarkeit des Moduls | Das Modul ist ausschließlich für den Master-Studiengang „Öffentliches Management/Public Administration“ konzipiert. |
| Dauer des Moduls | ein Semester |
| Häufigkeit des Angebotes | Sommer- und Wintersemester |
| Sprache | Deutsch |
| Empfohlene (inhaltliche) Voraussetzungen für die Teilnahme am Modul | |
| Voraussetzungen für die Teilnahme am Modul | keine |
| Studentischer Arbeitsaufwand | 180 Stunden |
| Studienleistungen | keine |
| Voraussetzung für Zulassung zur Prüfungsleistung | keine |
| Prüfungsleistungen | I.d.R. Referat (ca. 20 Min.) mit schriftlicher Ausarbeitung (ca. 2.000 Wörter) oder Fallstudie (ca. 3.000 Wörter) Spezifikation durch die jeweiligen Dozent:innen. |
| Anzahl Credits (ECTS) | 6 cp |
| Lehreinheit | Wirtschaftswissenschaften |
| Modulverantwortliche/r | Prof. Dr. Caroline Fischer |
| Lehrende | Dr. Jana Marleen Walter |
| Medienformen | Online-Skript, schriftliche Ausarbeitung |
| Literatur | Bach, T. & Wegrich, K. (Hrsg.) (2019). The Blind Spots of Public Bureaucracy and the Politics of Non-Coordination. Cham: Palgrave Macmillan. https://doi.org/10.1007/978-3-319-76672-0. |